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23.11.2007  ·  Dirk Schürjohann zum Thema Kommunikation. Kommentare 3

Kommunikation in Webprojekten: barrierefrei.

Webprojekte basieren auf Zusammenarbeit. Und die wichtigste Zutat ist dabei wie so oft: Kommunikation. Es geht um Kennenlernen, Interesse, Vertrauen, Respekt, Austausch, Verständnis, Motivation und ein gemeinsames Ziel – meist in eben dieser Reihenfolge.

Wer dabei Barrieren vermeiden möchte, kann gleich mit der ersten beginnen – Kennenlernen –, ohne Punkt 4 zu missachten – Respekt. Und welche Hürde ist gemeint? Die Nachnamen. Die sind in der Regel weniger geläufig als Vornamen. Aber es geht gar nicht allein darum, wie schwierig sie zu merken sind, sondern welchen Abstand sie schaffen, vor allem in einer Gruppe: mein Stuhl, mein Platz, mein Nachname. Da könnt ihr – Entschuldigung, können Sie – alle rundherum noch so nett sein und eure Ihre Arme nicht verschränken.

Zuviel Abstand. Und obwohl wir Visitenkarten getauscht haben und zwei von uns Müllermeierschmidt heißen, stehen für ein Weilchen vielleicht noch drei bis sieben fremde Nachnamen im Raum, die die Kommunikation drosseln.

Das »Hamburger Sie«

Der barrierefreie Ansatz von Erstkommunikation – Achtung, jetzt kommt die Essenz dieses Postings – basiert auf dem »Hamburger Sie« (kurz zuende lesen, dann klicken) und führt in der Regel gleich dorthin, wo wir hin müssen:

Guten Tag, liebe Geschäftspartner. Ich bin Dirk, das ist Stefan.
Wo geht’s zum Projekt?

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3 Kommentare

  • 1

    Götz 

    Hoch verehrter Herr Diplom Designer Schürjohann,

    dieses Duzen ist aber auch gewöhnungsbedürftig. Hier in Schweden ist es ja selbstverständlich eigentlich jeden mit Du anzureden (Stichwort Du-Reform), ganz egal wer er ist und ob man ihn kennt oder nicht.

    Das ist/war für mich schon ungewohnt – während man in Deutschland “Sehr geehrter Herr Professor Müller” schreibt, beginnt man auf Schwedisch einfach mit “Hej Kalle”. Als Deutscher schreibt und sagt man instinktiv meist alles, aber doch nicht einfach den Vornamen, das ist schon eine Umgewöhnung.

    Das Duzen hat mit Sicherheit Vorteile (das deuten Sie ja auch mit “barrierefrei” an), vielleicht aber auch Nachteile … so viele Gedanken habe ich mir darüber bisher nicht gemacht, wäre aber einmal interessant. Was könnten Nachteile von Duzen sein? Respektlosigkeit? Vielleicht sogar der vielbeschworene Verfall der Sitten? Aber das würde ja von Ihrem Eintrag weg in eine andere Richtung führen ;)
    (An dieser Stelle könnte man auch eine Diskussion zum Thema Siezen in XING-Foren anstoßen, aber das lassen wir auch mal schön bleiben …)

    Aber ich muß Ihnen natürlich auch in gewisser Hinsicht Recht geben, ich fühle mich einer Person gleich viel Näher, wenn ich sie mit “Hej Kristina” anreden/-schreiben kann, anstatt mich mit Nachnamen und Sonstigem befassen zu müssen. Ob dies immer ein beabsichtigter Effekt ist darf bezweifelt werden – manchmal würde man vielleicht auch gerne genau diese Distanz wahren, aus welchen Gründen auch immer. Ich würde diese Regel also nicht verallgemeinern wollen, im beschriebenen Fall sollte es sich aber definitiv positiv auf das Kommunikationsverhalten der Anwesenden auswirken.

    Hochachtungsvollst,
    Götz

  • 2

    Dirk Schürjohann (Autor)

    Götz, Sie scheinen die Seite hinter dem Link zu oberflächlich gelesen haben: ich will niemanden duzen, sondern stattdessen siezen, ohne dabei den Nachnamen verwenden zu müssen. So wie dich Sie gerade.

    Praktizieren lässt sich das besonders gut in schriftlicher Kommunikation, aber mündlich ist besagter »barrierefreie« Aspekt umso intensiver.. wobei man die Barrierefreiheit an dieser Stelle nicht zu ernst nehmen sollte ;)

    Danke für Ihr Feedback, Götz!

  • 3

    Götz 

    Seien Sie erneut gegrüßt,

    bei derartigen Zwitterkonstruktionen kann man an sich, meiner Ansicht nach, genaugenommen weder vom sogenannten “Duzen” noch vom “Siezen” sprechen, insofern haben wir beide nicht völlig Unrecht. Aber nach erneutem Lesen und mit dem Abstand eines gepflegten Weins am Abend muß ich Ihrer Einschätzung zustimmen.

    Aber es ist doch die Frage, wie ein Angesprochener selbige Ansprache versteht, ob er es eher als Du oder eher als Sie auffaßt. Ich wäre jedenfalls vor allem eines: verwirrt.
    Davon abgesehen ist, nebenbei bemerkt, das interessanteste, was ich bisher gehört habe “Sie Herr Laster” – nun, es war von einem Kind und der Herr hieß mit Vornamen Laszlo. Trotzdem mußte ich meist ein wenig grinsen, wenn ich es hörte.

    Viele Grüße,
    Götz

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